
stuttgarter nachrichten Mi 19.7.2002 Seite 28
Der schwäbische Erfindergeist ist sprichwörtlich und reicht sehr weit neuerdings sogar bis unter die Gürtellinie. Was sie hier, verehrte Leserinnen und Leser auf der Wäscheleine hängen sehen, war gestern denn jetzt will der Stuttgarter Student Dirk Rothenbücher, 26, frei hängen lassen, was so lange eingeengt war.
Revolution der Wäsche! Das Cabrio der Unterhose ist entdeckt! Übrigens durch einen Zufall. Ich hatte mir einen Designerslip zweiter Wahl gekauft, erzählt der Tüftler am 333-Telefon, da war ein Loch drin, wo sich im Laufe des Tages etwas durcharbeiten konnte.
Sakra, wie bringt mans nur dem Leser schonend bei? Foto? Trauen wir uns nicht. Aber den Namen wird man doch verraten dürfen. Die Kollektion heißt sacfree und damit ist alles gesagt. Hier gibts besondere Eingriffe, Aussparungen an empfindlicher Stelle. Fühlt sich an wie ein klassischer Slip, lässt aber beim Tragen gewisse Freiheiten, erklärt der Erfinder. Seine Modelle würden sich auch nicht wie Boxershorts unter Anzughosen abzeichnen.
Mit Freundin Saskia Kinzel, 30, einer Modedesignerin, vertreibt Dirk nach langer Testphase (seine Freunde waren von den Prototypen begeistert) die neue Wäsche-Nummer über das Internet. Nach einem Bericht in SWR3 gabs in einer Woche unter www.sacfree.de 5000 Klicks. Bisher ist die Neugierde größer als das Kaufbegehren.
Noch dürften Löcher in Socken häufiger sein. Gibts eigentlich schon ein Patent auf Zehfree?

(Orginalartikel öffnet in neuem Fenster)
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